Am 07. und 08. September pilgerten über 1.800 Softwareentwickler nach Stockholm zur vierten Nordic.js. Diese JavaScript-Konferenz glänzte bereits in der Vergangenheit mit hochwertigen Vorträgen und außergewöhnlichen Rahmenveranstaltungen. In diesem Jahr lag der Fokus auf Frameworks, Bibliotheken und Schnittstellen sowie unserer ethischen Verantwortung als Teil der Technologiebranche.

"Des hamma scho immer so gmacht", klingt auch hier in Bayern seltsam. Die Softwareentwicklung ist einem steten Wandel unterzogen - im Kleinen und im Großen. Anstatt für jedes Problem eine eigene Lösung zu zaubern, gilt es mittlerweile in vielen Fällen, die am besten geeignete Lösung zu finden. In der Welt von JavaScript kommt das oftmals einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich. Sacha Grief verschaffte uns daher in seiner Keynote "The State of JavaScript" gekonnt und auf unterhaltsame Art und Weise einen Überblick über aktuelle Trends und interessante Drittanbieterlösungen.

Laney Kuenzel Zamore und Adam Kramer von Facebook gewährten Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Schnittstellenbeschreibungssprache GraphQL und ihrem JSON-Schema. Feross Aboukhadijeh demonstrierte Webanwendungen, deren Inhalte mithilfe der WebRTC API dezentral gehostet werden. Ben Schwarz von Calibre optimierte Ladezeiten und legte Webentwicklern ein Motorola Moto G samt 3G ans Herz, um ihre Webseiten in einer realitätsnahen Umgebung zu testen. Die Auszeichnung für die meisten Wörter pro Minute verdiente sich übrigens Mark Nadal, welcher P2P-Mesh-Datenbanken in einem irrsinnigen Tempo erklärte und live in JavaScript demonstrierte - sehr beeindruckend! Das Ergebnis werden wir wohl in GunDB sehen.

Karolina Szczur vermittelte in ihrem Vortrag "Building Inclusive Communities" elementare Werte. Die Technologiebranche ist ein großer Pool an Menschen verschiedenster Herkünfte und Wertvorstellungen. Um diese Branche gemeinsam voranzubringen, müssen wir uns unserer Privilegien bewusst werden und eigene Vorurteile ablegen. Beim "Dinner with strangers" verfolgt man ein ähnliches Ziel, als man sich zum Abendessen in der Stockholmer Innenstadt verabrete. Der Clou an der Sache: Anstatt sich mit den immer gleichen Bekanntschaften zu treffen, wurden die Gruppen wild zusammengewürfelt, wodurch Leute aus Deutschland, Polen, Portugal, Schweden, Puerto Rico und der Schweiz am gleichen Tisch saßen und sich über Sprachen, Kulturen und Technologie unterhielten. Sehr spaßig!

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